| Veranstaltung: | Landesmitgliederversammlung | 17. - 19.04.2026 | Heidelberg |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 7 V-Anträge |
| Status: | Beschluss |
| Beschluss durch: | Hannes Kaiser |
| Beschlossen am: | 19.04.2026 |
| Eingereicht: | 14.04.2026, 21:30 |
Biodiversitätskrise verhindern - endlich konsequent Arten schützen!
Beschlusstext
Während die Bundesregierung weiter Gasbohrungen vor Borkum erlauben möchte und
das empfindliche maritime Ökosystem gefährdet, befinden wir uns mitten im
sechsten Artensterben. Weltweit sterben rund 150 Arten täglich aus und fast eine
Million sind bedroht. Laut Experten wird der Verlust der Biodiversität ein noch
akuteres Problem werden als die Klimakrise. Erschreckende Bilder von
Landwirt*innen, die ihre Bäume selber bestäuben müssen, sind längst Alltag.
Wir brauchen endlich konkreten und vor allem konsequenten Umwelt- und
Artenschutz. So wie der Klimaschutz muss dieses Problem auf dem gesamten
Planeten angegangen werden, aber gleichzeitig gibt es schon zahlreiche
Maßnahmen, die vor Ort, auf Kommunal- und auf Landesebene angegangen werden
müssen. „Junge Menschen brauchen neben einem stabilen Klima für eine lebenswerte
Zukunft auch sauberes Wasser, gesunde Böden und eine intakte Natur.“ So heißt es
in unserem Aktionsplan. Dafür müssen wir jetzt einstehen.
Moore bedecken weltweit nur etwa 3% der Landfläche, speichern aber rund 25–30%
des Kohlenstoffs – mehr als alle Wälder zusammen. Zudem sind Moore wertvolle
Ökosysteme für viele bedrohte Arten. Gleichzeitig werden Moore zu immensen
Kohlenstoffquellen, wenn sie trockengelegt und abgebaut werden. Der Schutz und
die Renaturierung sind also in vielerlei Hinsicht notwendig.
Einer der größeren Treiber beim Artensterben ist gleichzeitig die
Landwirtschaft. Durch Monokulturen, fehlende Ackerränder und den starken Einsatz
von Pestiziden ist die Zahl der heimischen (Flug-)Insekten deutlich
zurückgegangen. Gleichzeitig beansprucht die dauerhafte Überdüngung die Böden
stark. Der ökologische Landbau muss in Baden-Württemberg der angestrebte
Standard werden. Gleichzeitig kann so etwas nur in Zusammenarbeit mit den
Landwirt*innen geschehen. Um ökologische Konzepte umzusetzen, braucht es vor
allem den Dialog vor Ort, sowie den Schutzregionaler Betriebe vor günstiger
Konkurrenz mit niedrigeren Standards. Nur so kann ein Wandel hin zu einer
ökologischen Landwirtschaft gelingen.
Neben der Landwirtschaft ist in Baden-Württemberg die Forstwirtschaft ein
wesentlicher Faktor im Bezug auf Umweltschutz. Durch Monokulturen und
industrielle Nutzung sind unsere Wälder wenig resistent gegenüber
Extremwetterereignissen. Hinzu kommen weniger Niederschläge, immer extremere
Sommer und invasive Schädlinge. Wir müssen auf ganzer Fläche weg von einer rein
gewinnorientierten hin zu einer ökologisch verträglichen Forstwirtschaft.
Wir als Grüne Jugend Baden-Württemberg fordern
- dass das Land Baden-Württemberg sämtliche Moore und Feuchtgebiete
konsequent schützt, indem es Moorflächen aufkauft und renaturiert,
- die Förderung landwirtschaftlicher Projekte, die artenschonend, mit
Blühstreifen, Mischkulturen oder Bepflanzung zwischen den Äckern arbeiten,
- die Eindämmung forstwirtschaftlicher Monokulturen, die Auswahl des
Bewuchses nach standortspezifischen Kriterien sowie die Ausweitung von
Schutzgebieten und Bannwäldern, die der industriellen Nutzung vorenthalten
werden.
Einfache Sprache
Auf der ganzen Welt sterben jeden Tag rund 150 Arten aus. Fast eine Million
Arten sind bedroht. Weniger Arten zu haben, wird schlimmer sein als die
Klimakrise.
Wir brauchen endlich überall besseren Umwelt- und Artenschutz. Es gibt viele
Dinge, die wir auf Landesebene oder vor Ort angehen können.
Moore verbrauchen nur wenig Platz, speichern aber mehr umweltschädliche Gase als
alle Wälder zusammen. Viele bedrohte Arten leben auch in Mooren.
Wenn sie trockengelegt werden, werden allerdings wieder viele Gase frei. Wir
müssen Moore schützen und wiederherstellen.
Die Landwirtschaft ist ein wichtiger Grund für das Artensterben. Wegen
Monokulturen, weniger Randflächen und vieler Pestizide gibt es viel weniger
Insekten. Auch zu viel Dünger schadet dem Boden. Bio-Landwirtschaft soll in
Baden-Württemberg zum Standard werden. Das muss mit den Landwirt*innen zusammen
passieren.
Auch die Forstwirtschaft ist wichtig für den Umweltschutz in Baden-Württemberg.
Durch Monokulturen und starke Nutzung sind Wälder anfällig für extremes Wetter.
Weniger Regen, heiße Sommer und Schädlinge machen die Lage schlimmer. Darum
brauchen wir eine Forstwirtschaft, die die Natur schützt und nicht nur auf
Gewinn schaut.
Wir als Grüne Jugend Baden-Württemberg fordern:
- Moore und Feuchtgebiete sollen geschützt und wiederhergestellt werden.
Dafür soll das Land Flächen aufkaufen.
- Landwirtschaft soll gefördert werden, wenn sie Tiere und Pflanzen schützt,
z. B. mit Blühstreifen und Mischkulturen.
- Weniger Monokulturen im Wald. Bäume sollen passend zum Standort ausgewählt
werden.
- mehr Schutzgebiete und Wälder ohne wirtschaftliche Nutzung.
